Wie auch in anderen Teilen Norddeutschlands begann in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts im Herzogtum Arenberg-Meppen nach den Markenteilungen die Aufforstung der Heide- und Wehsandflächen: Ödland - Land ohne Felder und Wälder. Hervorgegangen war das Ödland aus der durch das Bevölkerungswachstum zunehmend steigenden Druck und der daraus resultierenden drastischen Übernutzung der Umwelt. Ihnen folgten vegetationsschwache Heideflächen, die wiederum durch Überweidung kahle Sandflächen hinterließen. Diese Sandflächen bedrohten als Wehsande und Wanderdünen die besseren Böden und Siedlungen.
Da die Böden durch die Heideflächen stark versauert sind, bildeten sich Ortssteinschichten von mehreren cm Stärke, die das Wurzelwachstum in die Tiefe unmöglich machten, was die eine flächendeckende Wiederaufforstung zunächst unmöglich machte. Mit Hilfe einer ins gleiche Jahrhundert zu datierenden Erfindung konnte diese Bedrohung jedoch abgewendet werden: Die aufkommende Technologie des Dampfpfluges leistete einen entscheidenden Beitrag, die bisherige Bodenbearbeitung zu erleichtern und zu beschleunigen. Als schließlich 1872 der Dampfpflug auch im Herzogtum Arenberg-Meppen eingesetzt wurde, konnten in kurzer Zeit aus Heide- und Sandflächen Wälder zur besseren Bewirtschaftung geschaffen werden. Die Auswirkungen dieses Dampfpflugeinsatzes verlieren bis in die heutige Zeit nicht an Aktualität, auch wenn der gegenwärtige Nostalgiewert dieser Technik leicht den Blick dafür verstellen kann. Vielmehr macht die geschichtliche Entwicklung ein Problem unserer heutigen Zeit transparent: das technisch Machbare mit den spezifisch sozialen, kulturellen und nicht zuletzt ökologischen Verhältnissen in Einklang zu bringen.
1872 wurde auf Initiative des Oberförsters Rudolph Clauditz das Fowler`sche Zwei-Maschinen-Dampfpflug-System von der Arenbergischen Domänen-Inspektion gekauft; damit war die Arenbergische Forstverwaltung weltweit die erste, die im selben Jahr einen Dampfpflug zur Kultivierung von Ödlandflächen für die Begründung von Forstkulturen einsetzte. Jetzt war es möglich, das bis dahin durch Rabattenkulturen, Rajolen bzw. Pferdegespanne, mit Ortstein unterlagerte Ödland schneller und preiswerter zu kultivieren. Dennoch brachten technische Barrieren und infrastrukturelle Unzulänglichkeiten Schwierigkeiten mit sich. Durch den Einsatz hatte sich erstmals gezeigt, daß es möglich war, auf Ödlandflächen erfolgreiche Forstkulturen anzulegen. Dies war eine bedeutende Kulturleistung im waldarmen Emsland. Die Frage, ob sich aus den Folgen des Sturmes von 1972 Rückschlüsse ziehen lassen können, daß Waldbestände, die sich auf dampfgepflügten Flächen befinden, auffällig häufiger dem Sturm zum Opfer fielen, muß unbeantwortet bleiben.
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Eh dreist... - Das ist eh so eine Sauerei, dass wir Mensc...